20 Jahre FVL-Mittwochswanderer 1


Als Walter Holzmann mit Willi Höfler und Adolf Schulz vor 14 Jahren die Mittwochswandergruppe des Fußballvereins 1922 Leutershausen gründete, war ihm nicht bewusst, dass im Laufe der Jahre viele ehemalige Fußballer nach ihrem Ruhestand plötzlich das Wandern entdecken würden. „Mittlerweile sind wir eine tolle Gemeinschaft, die viel unternimmt“, freut sich Walter Holzmann, der jeden Mittwoch mit der Gruppe zu einer Wanderung aufbricht, und das schon seit 20 Jahren! Doch einmal im Jahr geht es gleich für mehrere Tage in die Berge, so zählt im Gespräch der Gründer einige besonders haften geblieben Ereignisse auf. Zum Beispiel die Fahrt an den Bodensee mit herrlichen Eindrücken der wunderschönen Gegend. Die vielen Kirchen, Klostergebäude und die Einrichtungen für die Landwirtschaft sind Zeugen der uralten Klostertradition. Nicht von ungefähr ist die Insel Reichenau als UNESCO – Weltkulturerbe eingestuft worden. Mit dem Bus und dem Bodenseeschiff fuhren die Wanderer am letzten Tag auch nach Meersburg. Von hier aus wollten sie die weltberühmten „Unteruhldinger Pfahlbauten“ besichtigen. Dieses Pfahlbau – Museum steht im ältesten Naturschutzgebiet des Bodensees und ist ein faszinierendes Erlebnis für jedermann. Auch diese Pfahlbauten sind als Weltkulturerbe der UNESCO anerkannt und ziehen jedes Jahr tausende Besucher. Oder die Fahrt nach Oberstdorf mit dem Besuch der berühmten „Breitachklamm“, die durchwandert wurde. Der Pfälzer Wald war ebenfalls oft Ziel der Wanderer oder der schöne Odenwald mit den urigen Hütten und der Verpflegung am Mittwoch. Aber auch die „kleinen Wanderungen“ von Dossenheimer „Weißen Stein“ über Heidelberg ins Neckartal und mit dem Schiff zurück, bleiben haften.
Noch eine Idee haben sie spontan in die Tat umgesetzt: Auf Hirschbergs höchstem Punkt, der 455 Meter hoch gelegenen Hohe Waid, steht ein richtiges Gipfelkreuz. Die Hohe Waid ist sechs Meter höher als der Schriesheimer Ölberg, fünf Meter höher als der Weinheimer Wachenberg und zwölf Meter höher als der Heiligenberg. Damit gehört die Hohe Waid zu den höchsten Bergen der Bergstraße und ist ein beliebtes Wanderziel für Einheimische, so zum Beispiel für die Mittwochswanderer, die schon öfters auf ihren Wanderungen die Hohe Waid bestiegen haben. Wie kam es eigentlich dazu? Walter Holzmann, der Gründer der Mittwochswanderer, ließ die Idee noch einmal Revue passieren. Wenn Fußballer oder Sportler zusammensitzen, wird über Gott und die Welt geplaudert. So entstand die Idee bei den Mittwochswanderern, ob man nicht eine Gipfelkreuz auf der Hohen Waid errichten könnte. Bei der Firma von Klaus Schulz im Heddesheimer Gewerbepark schmiedeten Schulz und der leider verstorbene Willi Höfler ein Kreuz und auch der passende Findling war gefunden. Nun ging`s an die Arbeit. Ein Loch musste ausgehoben werden, was gar nicht so einfach war und viel Schweiß wurde vergossen. Dann die
Überraschung: Die Fußballer hatten genau acht Meter vom höchsten Punkt das falsche Loch ausgebuddelt. Also hieß es: „Nochmals ran und ein neues Loch ausheben. Endlich war es soweit, der Stein war gesetzt und das Gipfelkreuz aus nicht rostendem Stahl verschraubt. Dazu brachten die Mittwochswanderer noch eine kleine Messingtafel an. Jetzt nur noch den passenden Einweihungstermin finden. Nicht so einfach, beim vollen Terminkalender des Bürgermeisters. Pfarrer Schrimpf segnete das Kreuz und es gab eine kleine Feier auf dem höchsten Punkt. So erinnern sich heute viele Wanderer gerne an solche Begebenheiten und wollen mittwochs weiterhin die Wanderschuhe schnüren und dabei die Kameradschaft pflegen!
Text/Bild: Werner Hildebrand


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Ein Gedanke zu “20 Jahre FVL-Mittwochswanderer

  • Karl Schöneweis

    Weckewerk und Wasserspiele
    Vom 13. bis zum 18. Mai fuhren die Mittwochs-Senioren-Wanderer des FV 1922 nach Waldeck an den Edersee.
    Ein anspruchsvolles Tagesprogramm wollte abgearbeitet werden, nun: Der erste Programmpunkt am Sonntagnachmittag wurde von gewitterartigen Regenfällen sozusagen in den zu 99 Prozent gefüllten Edersee (202 Mio. m³) gespült.
    Dafür ging es am Montagmorgen bei strahlendem Sonnenschein auf den Baumwipfelpfad, der Einblicke in die Tier- und Pflanzenwelt sowie einen Überblick über den Edersee am Rehbach und der Halbinsel Scheid anbot. Mit der Personenfähre sind die Wanderer dann auf die Halbinsel gefahren um dort einen Imbiss einzunehmen. Mit der Fähre zurück war es dann noch einen Kilometer zum Hotel. Dort wurden nach dem Nachtessen noch einige Lieder mit Harmonika-Begleitung gesungen.
    Am Dienstagmorgen stand der Besuch des Sperrmauermuseums an. Die Sperrmauer des Edersee wie auch die des Möhnesees wurden in der Nacht vom 16. zum 17.5.1943 bei einem Angriff der Royal Air Force beschädigt. (Siehe auch Wikipedia „Chastise“ ). Im Anschluss ging es mit der Standseilbahn auf den Peterskopf, einen 505 m hohen Berg, auf dessen Gipfel zwei riesige Wasserbecken (ca. 4 Mio. m³) als Speicherseen für zwei Pumpspeicherkraftwerke angelegt wurden. Nach einer Wanderung um die Speicherseen und einem Imbiss ging es wieder hinab, um in der Tallage das Besucherzentrum der Kraftwerksanlage zu besichtigen.
    Am späten Nachmittag wurde noch die Braunauer Warte, siehe „Braunau (Bad Wildungen)“ im Online-Lexikon) und ein historisches Grab besichtigt.
    Am Mittwochmorgen ging die Fahrt zu dem kleinen (27 MW Leistung) Laufwasserkraftwerk an der Eder in Affoldern, eine kurze Führung gab uns allen einen Eindruck von der Technik: Diese kleinen Kraftwerke sind völlig „personallos“, im Störungsfall kommen die Techniker per PKW um die Probleme zu beheben, hier war heute die Wartung und Reinigung der Rechenanlage angesagt, daher konnten wir die Techniker antreffen.
    Wieso Wasserspiele: Unsere Fahrt ging dann 40 km weiter nach Kassel-Wilhelmshöhe in den Bergpark am Herkules, übrigens UNESCO-Weltkulturerbe. Nach der Besichtigung der Löwenburg, die wie der Herkules selbst unter Renovierungsarbeiten litten, ging der Weg den Berg hinan zu den Terrassen unterhalb des Herkules-Bauwerks. Nach dem Mittagessen begannen dort um 14:30 Uhr die Wasserspiele, die nur im Sommer, mittwochs, sonntags und an Feiertagen stattfinden. Unsere kleine Gruppe ist dann mit mehreren tausenden anderen Touristen dem Wasser folgend bergab vorbei am Steinhöfer Wasserfall, der Teufelsbrücke und dem Aquädukt bis zum See am Schloss Wilhelmshöhe gewandert: Dort stieg um 15:45 Uhr die 52 m hohe Fontäne in die Höhe. Die Wasserspiele kommen völlig ohne Pumpen aus!
    Auf der Rückfahrt wurde Rast in der Knallhütte gemacht. Die Knallhütte ist eine kleine Privatbrauerei, Frau Dorothea Viehmann, die Dame, die den Gebrüdern Grimm viele Märchen übermittelte, ist hier 1755 als Tochter des Besitzers geboren.
    Übrigens sind mitgewandert:
    Martin Bock
    Edgar Brand
    Hubert Kempf
    Dieter Lebherz
    Karl Schöneweis
    Klaus Schulz

    Abbildung 1 Auf der Sperrmauer des Edersees
    Der Donnerstag, 17.5., war zugleich der 75. Jahrestag des Bomberangriffs auf die Sperrmauer. Aus diesem Grund fand an der Sperrmauer eine Gedenkveranstaltung mit hochrangigen Gästen statt. Eine britische Militärkapelle begleitete die Veranstaltung musikalisch. Nach der Kranzniederlegung ist die Wandergruppe dann mit dem Ederseedampfer über den See zur Talstation der Waldecker Bergbahn gefahren, um auf diese Weise Schloss Waldeck zu erreichen. Nach der Besichtigung der Burg ging es dann zu Fuß über den Urwaldsteig bergab zurück zu den an der Sperrmauer geparkten Autos, die uns am Freitag wieder zurück nach Leutershausen brachten.
    Wieso und was ist Weckewerk: Ein nordhessisches Gericht aus Hackfleisch, Schwarten, alten Brötchen (Wecke) und Gewürzen: Es stand in unserem Quartier auf der Speisekarte und der im Waldecker Land geborene Verfasser hat es nach langer „Entbehrung“ zweimal sehr genossen.
    Karl Schöneweis