Aufstieg wäre für Kupfer der i-Tupfer


Er machte den Anfang, und er setzte den Schlusspunkt: Dennis Kupfer sorgte am Sonntag im Heimspiel des FV Leutershausen in der Fußball-Kreisklasse A für den ersten und den letzten von fünf Farbtupfern in Form von Toren. Sein Doppelpack beim 5:0-Erfolg über die Spvgg 07 Mannheim war für den 25-Jährigen der erste seit langer Zeit, denn hinter Kupfer liegt eine lange Verletzungs-Odyssee: „Ich habe zwei Jahre kein Fußball gespielt, nachdem ich mir zum zweiten Mal das linke Kreuzband gerissen hatte. Danach wollte ich mich erst langsam wieder herantasten, jetzt geht es immer besser“, erzählt der Offensivakteur, der bevorzugt auf der Zehner-Position agiert. Insgesamt ist Kupfer aber durchaus vielseitig. „Bei Leutershausen ist es abwechselnd auch mal die Rolle im Sturm. Bei der TSG Weinheim habe ich wegen meiner Schnelligkeit häufig auf der Außenbahn gespielt“, verrät unser Fußballer der Woche.
Sein Comeback nach langer Zwangspause hatte Kupfer in der Hinrunde beim 8:1-Auswärtssieg bei der SG Mannheim gegeben – und sich dabei glänzend eingefügt: Gut 20 Minuten nach der Einwechslung traf er zum 7:1. Doch der nächste Rückschlag ließ wieder nicht lange auf sich warten: Im nächsten Spiel beim ASV Feudenheim verletzte er sich erneut, glücklicherweise weitaus weniger schwer, sodass er in den letzten zwei Partien vorm Winter wieder auf der Höhe war – und das alte Jahr mit einem tollen Moment beenden durfte: Im Auftritt beim SC Käfertal war es Kupfer, der drei Minuten vor Schluss mit dem 3:2 Leutershausens Aufholjagd nach 1:2-Rückstand krönte. Am Ende siegte der FV 4:2.
Das neue Jahr begann für den Bachelor in Sport-, Event- und Medienmanagement dann weniger gut. In den ersten vier Partien, als der Tabellendritte in den Topspielen in Ilvesheim (0:1) und beim LSV Ladenburg (0:2) empfindliche Rückschläge im Titelrennen kassierte, war Kupfer kein Tor vergönnt. Auch der Kontakt zum deutsch-brasilianischen Ex-Bundesligastürmer Cacau (1. FC Nürnberg, VfB Stuttgart) im Rahmen eines Praktikums beim DFB, für den der 23-fache deutsche Nationalspieler als Integrationsbeauftragter tätig ist, während Kupfer bis Ende März mit den Bereichen Futsal und Beachsoccer zu tun hatte, half ihm nicht weiter. „Die Trainer haben bereits gefordert, dass da mehr kommen muss“, verrät der im Heidelberger Stadtteil Rohrbach Aufgewachsene.
Kurioserweise kam es dann ausgerechnet an Ostermontag zur Auferstehung in Sachen Treffsicherheit: Beim 5:2 über Fortuna Heddesheim II eröffnete Kupfer mit dem 1:0 den Torreigen, gefolgt vom Doppelpack gegen Mannheim. Da wäre es fast naheliegend, dass jetzt im Spiel bei Amicitia Viernheim II ein Dreierpack rausspringt – wobei ihm selbst herzlich egal ist, wer die Tore macht. Hauptsache, den beiden Siegen zuletzt folgen bis Saisonende viele weitere. Bei fünf Punkten, aber auch einem Spiel weniger gegenüber Spitzenreiter Enosis Mannheim ist sogar der Titel noch drin. Und neben der Hoffnung, nun länger von Verletzungen verschont zu bleiben, ist da eine weitere: „Ich bin in meinem Fußballerleben noch nie aufgestiegen“, verrät Kupfer: „Das ist so eine Sache, die mir einfach fehlt.“

Zur Person
Dennis Kupfer kam im zweiten D-Jugendjahr zum FV Leutershausen, den er in der B-Jugend Richtung TSG Weinheim verließ. Seit zwei Jahren bezieht er in Hirschberg mit seiner portugiesischen Freundin Anna-Rita eine gemeinsame Wohnung, ein Paar sind beide seit dreieinhalb Jahren. Der 25-Jährige hat drei jüngere Stiefgeschwister. Während Nike (15) den Tennisschläger schwingt, sind seine beiden Brüder auch Fußballer. Der 14-jährige Luke spielt in der C-Jugend des SV Sandhausen. Der siebenjährige Liam beim FVL. Nach Studium und Praktikum beim DFB beginnt er bald bei der Heidelberg Marketing, wo Dennis Kupfer hauptsächlich für die Organisation und Durchführung von Veranstaltungen im Kongresshaus, zuständig ist.

Text: WNOZ v. 11.04.2018

Dennis Kupfer, hier links im Zweikampf gegen den Heddesheimer Eliah Hesse, hat wieder richtig Lust auf Fußball. Bild: Philipp Reimer

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