Corona-Pause dauert mindestens bis Dezember


Amateur-Spielbetrieb in ganz Baden-Württemberg wird ab sofort unterbrochen / Auch alle Partien am kommenden Wochenende fallen bereits aus

Karlsruhe/Bergstraße. Nach dem Beschluss der Politik, Kontaktsport im Amateurbereich aufgrund der Corona-Pandemie für den Monat November komplett herunterzufahren, haben am Donnerstag auch die drei baden-württembergischen Fußball-Verbände reagiert. Der Spielbetrieb im gesamten Bundesland wird mit sofortiger Wirkung ab dem 29. Oktober bis einschließlich 30. November eingestellt. Damit finden auch am kommenden Wochenende keine Spiele mehr statt. Das betrifft alle Mannschaften bei Männern, Frauen und Jugend von der Oberliga Baden-Württemberg abwärts bis hinunter zu den Kreisklassen – und damit natürlich auch alle Vereine im Fußballkreis Mannheim.

Gesellschaftliche Verantwortung

Das verhängte Spielverbot umfasst zudem alle Pokal- und Freundschaftsspiele. Die Entscheidung der Fußballverbände sei bewusst bereits vor der rechtlichen Umsetzung der Bund-Länder-Beschlüsse und aufgrund der Appelle der Bundes- und Landesregierung gefällt worden, schreibt der Badische Fußballverband (bfv) in einer Pressemitteilung. „Insbesondere Ministerpräsident Winfried Kretschmann betonte, dass alle nicht notwendigen Kontakte bereits jetzt und insbesondere am Wochenende unterbleiben sollen. Dieser Aufforderung leistet der Amateur-Fußball in Wahrnehmung seiner gesellschaftlichen Verantwortung selbstverständlich Folge.“

Die baden-württembergischen Fußballverbände hätten zwar immer wieder betont, dass die Infektionsgefahr nach vorliegenden Studien beim Fußballspielen im Freien als äußerst gering einzuschätzen sei. Risiken bestünden aber beim Zusammentreffen in Umkleidekabinen, in Duschräumen, bei der Bildung von Fahrgemeinschaften und auch dann, wenn sich Zuschauer nicht an Hygienevorgaben halten.

Bei Abwägung aller relevanten Aspekte habe bisher trotz dieser Risiken der Spielbetrieb im Amateur-Fußball aufrechterhalten und verantwortet werden können, weil sich die Infektionszahlen zunächst in einem kontrollierbaren Rahmen gehalten hätten. Zwischenzeitlich sei das Infektionsgeschehen aber zunehmend diffus und so dynamisch, dass auch vergleichsweise kleine Risiken vermieden werden müssten. Deshalb müsse auch der Fußball umgehend seinen Beitrag leisten.

Auch Training sofort einstellen

„In diesem Zusammenhang fordern wir alle Mitgliedsvereine zudem auf, den Trainingsbetrieb mit sofortiger Wirkung einzustellen, selbst wenn die Sportstätten noch geöffnet sind“, appelliert der bfv. „Auch auf Mannschaftsbesprechungen sollte verzichtet werden. Die erforderliche Kommunikation an Verantwortliche und Spieler ist sicherlich problemlos auch auf elektronischem Wege möglich.“

Die Entscheidung, die Saison bereits vor dem kommenden Wochenende zu unterbrechen, sei für alle Beteiligten nicht einfach gewesen. „Wir erleben gerade ein Déjà-vu, vor allem was die Geschwindigkeit angeht, in der sich die Lage drastisch verändert. Der Schritt, den Spielbetrieb wieder und vor allem sofort auszusetzen, ist uns allen schwergefallen“, sagte bfv-Präsident Ronny Zimmermann. „Wenn ein Ministerpräsident sagt: jeder Tag zählt, haben wir aber keine Alternative. Dabei sind wir uns glücklicherweise innerhalb von Baden-Württemberg erneut einig, und es ist uns wie zuvor gelungen, unsere Verantwortung für den Amateur-Fußball und die Gesellschaft gemeinsam und einheitlich wahrzunehmen.“

Ob der Spielbetrieb im Dezember wieder aufgenommen werden kann, sei derzeit offen und hänge von den weiteren Entwicklungen ab. Die drei baden-württembergischen Fußballverbände sind weiterhin bestrebt, die Saison 2020/21 ordnungsgemäß zu Ende zu bringen. Inwiefern dies möglich sein wird, sei derzeit allerdings nicht absehbar.

(wnoz v. 30.10.2020)

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