Die Saison 2021/22 wird unterbrochen


Sportler sind ja als flexibel bekannt. Die Corona-Pandemie stellt Vereine und ihre Ehrenamtlichen aber immer wieder vor neue Hürden. So kurzfristig wie an diesem Wochenende musste der Profi- und Amateursport in Baden-Württemberg bislang noch nie auf die am Freitagabend notverkündete und ab Samstag gültige Landesverordnung reagieren. Handball-, Fußball- und Tischtennis-Verbände in Baden-Württemberg sagten die Spiele für das Wochenende ab.

Die neue Landesverordnung besagt: Ab Samstag fallen nicht nur Zuschauer in der Halle unter die „2G-plus-Regelung (geimpft, genesen und mit aktuellem negativen Schnelltest). Auch die Sportler selbst müssen ab dem 4. Dezember für die Teilnahme an Wettkampf und Training mit einem zusätzlichen Test versehen sein – egal ob in der Halle oder im Freien. 2G gibt es lediglich noch fürs Training im Freien. Für Menschen mit einer Drittimpfung entfällt die Testpflicht.

Alle Spiele ab der BWOL fallen aus

Eine zu hohe Hürde für die Handballverbände. Die sagten gestern Abend alle Spiele von der Baden-Württemberg-Oberliga abwärts ab. „Aufgrund der Kurzfristigkeit der Notverkündung durch die Landesregierung und der damit verbundenen 2G-plus-Regel, nicht nur für Zuschauer, sondern auch für alle beteiligten Sportler, Trainer, Schiedsrichter, sehen sich die drei Handballverbände in Baden-Württemberg dazu gezwungen, kurzfristig den Spielbetrieb am Wochenende 4./5. Dezember in den drei Verbänden, ihren Bezirken und der Baden-Württemberg-Oberliga abzusetzen“, informierte der Verband, der im Laufe der nächsten Woche die Vereine mit ausführlichen Informationen versorgen will.

Das Heimspiel des TVG Großsachsen in der 3. Handball-Bundesliga gegen Dansenberg am Samstagabend um 20 Uhr soll stattfinden.

Tischtennis-Saison unterbrochen

Auch die Tischtennisspieler sehen eine so kurzfristige Umsetzung der Regeln bereits an den heutigen Spieltagen nicht als realistisch an. „Deshalb wird der folgende, bereits am 1. Dezember getroffene und am 2. Dezember veröffentlichte Beschluss des TTBW-Präsidiums wirksam: „Sollte von Seiten der Politik in der Corona-Landesverordnung eine 2G-plus-Regelung festgelegt werden, wird die Spielzeit 2021/22 ab diesem Zeitpunkt unterbrochen. Über eine Fortsetzung des Spielbetriebs … wird das TTBW-Präsidium entscheiden, sobald dies die Corona-Situation richtig erscheinen lässt.“

Auch der Badische Tischtennisverband setzt seine SPiele frühestens zum 30. Januar 2021 fort. Damit sind alle ab 4. Dezember in den Verbands- und Bezirksspielklassen terminierten Punktspiele der Saison 2021/22 in Baden-Württemberg bis auf Weiteres abgesetzt. Dieser Beschluss umfasst auch die Jugendspiele.“

Auch Fußballer spielen nicht mehr

Gestern Abend um 20.15 Uhr zogen dann auch noch die Fußballer nach. Der Badische Fußballverband sieht die Umsetzung der Regeln als nicht mehr zumutbar an und hat beschlossen, die noch offenen Spiele in 2021 in den bfv-Spielklassen abzusetzen. Mit der Absetzung aller Spiele im Kalenderjahr 2021 ruht der Spielbetrieb im Amateurfußball in ganz Baden-Württemberg bis zum Ende der Winterpause. Dies gilt auch für die Oberligen Baden- Württemberg.

„Ich finde es gelinde gesagt mehr als unglücklich, dass die neue Verordnung erneut erst so kurz vor einem Spieltag in Kraft treten soll. Das macht es uns als Entscheider und den Vereinen in der Umsetzung noch schwerer, als es ohnehin schon ist“, bedauert bfv-Präsident Ronny Zimmermann.

„Wir müssen uns bei unseren Vereinen für die Kurzfristigkeit dieser Entscheidung entschuldigen. Wir haben alles daran gesetzt, unseren Vereinen das Fußballspielen zu ermöglichen, wurden aber von den neuen Maßnahmen vollkommen überrascht. Es war nicht abzusehen, dass die 2G-plus-Regelung von heute auf morgen auch für unsere Spielerinnen und Spieler mindestens in den Umkleideräumen gilt.“ Die Fußballverbände hatten sich gegenüber dem Ministerium vergeblich dafür eingesetzt, die bis dato gültige 2G-Regelung beizubehalten oder Änderungen zumindest erst nach dem Wochenende in Kraft treten zu lassen..

Zuschauerbegrenzung

Für alle doch noch stattfindenden Sportveranstaltungen im Freien und in geschlossenen Räumen gilt eine maximale Auslastung von 50 Prozent der Kapazität, aber auf jeden Fall nicht mehr als 750 Zuschauer. Das betrifft auch das Heimspiel des SV Waldhof am Montag gegen Wiesbaden oder das Heimspiel der MLP Academics Heidelberg gegen Göttingen, die 1800 Karten verkauft hätten, nach der neuen Landesverordnung aber nur 750 Fans einlassen dürfen. Außer den Dauerkartenbesitzern darf am heutigen Samstag also niemand in den SNP Dome.

Ganz ohne Zuschauer werden übrigens die Ringer der KG Laudenbach/Sulzbach ihren ersten Aufstiegskampf in Weingarten austragen, die SVG verzichtet auf den Einlass von Fans. (wnoz v. 04.12.21)

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