Mit Bopp ist der FV 1922 Leutershausen Top


Sven Bopp hat mit dem FVL im ersten Jahr als Spielertrainer gleich den ganz großen Wurf geschafft / Titelgewinn wird eine Nacht lang gefeiert!!!

Als der baldige Ligawechsel gerade eingetütet war, stand für die Fußballer von A-Ligist FV Leutershausen am Sonntag erst einmal ein Kleiderwechsel an: Direkt nach dem Abpfiff des letzten Spiels gegen Käfertal durften sie ihre nach der Hitzeschlacht schweißgebadeten Trikots gegen die frisch bedruckten Meister-Shirts eintauschen – doch auch die blieben nicht lang trocken: Im kollektiven Jubel folgte eine Bierdusche auf die andere. Es war der Auftakt zu einer feucht-fröhlichen Leutershausener Abendgestaltung, die nur durch den obligatorischen Autokorso quer durch die Gemeinde unterbrochen wurde und erst in den frühen Morgenstunden ihr Ende fand – zumindest vorläufig.
„Die Letzten sind am Montagmorgen gegen halb sechs kurz mal schlafen gegangen“, berichtet Sven Bopp. Für den FVL-Spielertrainer, der vor der Runde mit Stefan Matthes das Ruder übernommen hatte, sind es die ersten Feierlichkeiten beim neuen Club, mit dem er nach dem Wechsel vom SV Unter-Flockenbach auf Anhieb einen großen Erfolg in seiner Fußballerlaufbahn feiern durfte – dabei hält die Karriere des 36-Jährigen nicht nur lange an, sie war für unseren letzten „Fußballer der Woche“ in dieser Saison auch gepflastert mit namhaften Stationen.
In der 2. Bundesliga gespielt
Angefangen beim SV Waldhof Mannheim, wo er 2002 mit Anfang 20 noch die besseren Zeiten am Alsenweg in immerhin sechs Zweitliga-Einsätzen hautnah miterlebte, ehe der Abstieg und insolvenzbedingt direkt der tiefe Fall in die Oberliga folgten. „Die ersten Zweitligaspiele für Waldhof zählen für mich definitiv zu den Highlights. Der Abstieg 2003 war weniger schön, danach kam ich bei Hansa Rostock zwar nicht für die Profis zum Einsatz, durfte aber häufiger mittrainieren – mit Spielern wie Martin Max, Jari Litmanen, Mathias Schober oder bekannten Trainern wie Armin Veh und Jörg Berger war das schon ein Erlebnis“, blickt Bopp auf vergangene Kapitel auf dem Fußballplatz.
Das neueste mit Leutershausen wird ihm wohl ähnlich schön in Erinnerung bleiben: Denn eigentlich schien sich das Thema Titel für den FVL kurz nach der Winterpause bereits erledigt zu haben. Die Schwarz-Weißen verloren nach dem 0:1-Jahresstart in Ilvesheim das nächste Topspiel 0:2 bei Aufsteiger LSV Ladenburg und lagen schon sechs Zähler hinter der Spitze. „Da waren wir im Prinzip weg vom Fenster. Wir haben aber weiter ganz ruhig unsere Arbeit machen können. Die Jungs haben super mitgezogen, haben alles umgesetzt und sich mit ihrer Serie von sieben Siegen die Meisterschaft verdient – das ist einfach sensationell“, sagt Bopp zur tollen Aufholjagd, die jetzt in der „Woche der Wahrheit“ in nur 72 Stunden vollends gekrönt wurde.
Erst wandelte der FVL am Donnerstag den Feiertag im Kalender mit dem 2:1 beim bisherigen Primus Enosis Mannheim um in einen auf dem Platz. Drei Tage später brachen nach dem 5:2 über Käfertal dann alle Dämme – auch weil Bopp ein Innenverteidiger mit Torriecher ist und sieben Tore erzielte.
Nach dem Rückstand in Mannheim köpfte er eine Ecke zum wichtigen 1:1-Ausgleich (71.) ein, ehe mit Tiberio Ferrarese ein „Winterglücksgriff“ für die Wachablösung an der Spitze sorgte. „Da wurde ein Punkt deutlich, der uns die ganze Saison über ausgezeichnet hat. Die Moral stimmte immer zu einhundert Prozent. Jeder hat an sich geglaubt und für den anderen gekämpft“, unterstreicht Bopp, der als Haustechniker in einem Weinheimer Pflegeheim arbeitet.
Entscheidend war ihn auch die Ausgeglichenheit des Kaders: „Dass wir so breit aufgestellt und dadurch sehr flexibel waren, war ebenfalls eine große Qualität.“ Flexibel dürfte es auch bei den weiteren Feierlichkeiten zur Meisterschaft zugehen – denn die werden neben der geplanten offiziellen Fete sicher noch länger anhalten. (Text: WNOZ v. 06.06.2018)

Sven Bopp ist ein Glücksgriff für den FV Leutershausen. Zusammen mit seinem Trainerkollegen Stefan Matthes führte er das Team zum Kreisliga-Aufstieg. Bild: WNOZ v. 06.06.2018

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