Mit Doppelpack gegen den Prüfungsstress


Nicolas Merkel vom FV Leutershausen hat sich beim neuen Club nach schwierigem Start akklimatisiert

Im Spiel zuvor hatte er noch pausiert – schweren Herzens zwar, aber Nicolas Merkel wollte wegen der bevorstehenden Abschlussprüfungen seiner Ausbildung zum Speditionskaufmann kein Risiko eingehen. Der 22-jährige Zugang des FV Leutershausen fehlte daher beim 2:1-Sieg im Kreisliga-Derby über die TSG Lützelsachsen. Umso bemerkenswerter meldete sich Merkel am Sonntag zurück, nachdem er das Gros der Prüfungen dann hinter sich gebracht hatte. „Ich habe ein gutes Gefühl“, verriet Merkel.

Ein solches sollte sich auch auf dem Fußballplatz einstellen, denn dort schnürte er im Spiel bei der Spvgg Ketsch II seinen ersten Doppelpack im Trikot des Aufsteigers, zu dem er im Sommer von seinem Stammverein SV Schriesheim gewechselt war. Merkel avancierte damit zum Garant dafür, dass Leutershausen mit 3:2 (0:1) den dritten Sieg in einer Woche feiern durfte und vier Partien vor Schluss mit 43 Punkten auf Tabellenplatz sechs nach oben kletterte. „Als Aufsteiger haben wir uns in der Kreisliga gut verkauft. Jetzt wollen wir auch die letzten Spiele noch erfolgreich bestreiten“, sagt unser Fußballer der Woche, der sich im neuen Umfeld gut eingelebt hat. Zuvor hatte Merkel ab der E-Jugend – bis auf ein Halbjahr bei Waldhof Mannheim – durchgehend für den SV Schriesheim gekickt. Entsprechend schwer sei ihm im Sommer der Abschied gefallen: „Das war kein leichter Schritt. Ich habe mich in Schriesheim immer wohl gefühlt“, betont Merkel, der aber die Zeit dann reif für einen Wechsel sah. Einerseits wegen privater Kontakte innerhalb des neuen Teams, zudem habe Leutershausens Spielertrainer Stefan Matthes gute Überzeugungsarbeit geleistet und nicht zuletzt spielte der Reiz nach etwas Neuem in seine Entscheidung mit rein.

Doch unmittelbar vor Rundenbeginn brach sich Merkel das Handgelenk und war damit erst mal außen vor – zumindest, was Aktivitäten auf dem Platz angeht. „Ich habe mich trotzdem sofort wohlgefühlt. Die Mannschaft hat mich super aufgenommen.“ Seit Ende September hat er in bisher 19 Partien sieben Mal getroffen.

Treffsicher zeigt sich Merkel auch im Umgang mit kleineren, in Gelb gehaltenen Bällen: Neben dem Fußball frönt er von Kindesalter an dem Tennissport. Letztes Jahr griff er für den TC Schriesheim in der „Badenliga“ und damit der vierthöchsten deutschen Spielklasse zum Racket. „Leider sind wir direkt wieder abgestiegen, nachdem es in der Vorsaison mit dem Gewinn der Meisterschaft einen schönen Erfolg zu verzeichnen gab“, sagt Merkel, der beide Sportarten nicht missen möchte. Gleiches gilt für den Wechsel zum FVL, mit dem er den jüngsten Aufwärtstrend am Sonntag im vorletzten Heimspiel gegen Rot-Weiß Rheinau fortsetzen und so den Auswärtssieg in Ketsch veredeln möchte. Gegen den punktgleichen Ligafünften hat Leutershausen nach dem 1:3 im Hinspiel noch was gutzumachen. Das Spiel wird übrigens auf dem vereinseigenen YouTube-Kanal ab 14.45 Uhr live übertragen. Bei nur einem Punkt Rückstand auf Enosis Mannheim ist für Leutershausen sogar der dritte Platz noch drin. dbe

Zur Person

Nicolas Merkel spielte vor seinem Wechsel zum FV Leutershausen fast nur für den SV Schriesheim. Nach dem Abstieg aus der Kreisliga wusste Merkel dort zuletzt mit 15 Toren in 27 Spielen unter anderem als sechstbester Schütze der A-Klasse zu überzeugen.

Der 22-Jährige hofft darauf, dass es am letzten Bundesliga-Spieltag zwischen Bayern und dem BVB noch mal zu einem spannenden Finale um die Meisterschaft kommt. Anhänger eines bestimmten Clubs ist Merkel nicht.

Merkel stammt laut eigener Aussage „aus einer Tennisfamilie. Mein Vater, vorher schon mein Opa und auch mein älterer Bruder spielen ebenfalls Tennis.“

Nicolas Merkel hat nach seinem Handbruch inzwischen Fuß bei Fußball-Kreisligist FV Leutershausen gefasst (Bild: Marco Schilling)

Wnoz v. 08.05.19

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