Neuanfang an der Bergstraße – Christopher Hiller will beim FV Leutershausen sein Verletzungspech hinter sich lassen


sport-kurier mannheim. Auf den ersten Blick sind es 2 Schritte zurück, die aber nachvollziehbar sind:

Christopher Hiller wechselt vom Verbandsligisten Fortuna Heddesheim zum Mannheimer Kreisligisten FV Leutershausen. Leicht fällt ihm das nicht, doch er wird gewissermaßen dazu gezwungen: Vor 2 Jahren – damals noch in Diensten des VfR Mannheim – verletzte sich der Mann, der sowohl im Mittelfeld auf der „10“ als auch im Sturm glänzen kann, an der Hüfte.

„Das war eigentlich der Anfang vom Ende“, lächelt der 31-Jährige leicht gequält, „ich habe dann nicht ausreichend pausiert und es wurde immer schlimmer.“ Im Sommer 2019 folgte der Wechsel nach Heddesheim. Bei einer ärztlichen Untersuchung dann die nächste Hiobsbotschaft: Ein Teil des Hüftgelenks splitterte ab, was starke Schmerzen verursachte und erneut eine längere Pause auslöste. „Ich war zwar oft da, wenn in Heddesheim trainiert wurde, habe aber Sachen eher für mich alleine gemacht. Seit Januar darf ich jetzt wieder Sport machen und hätte vielleicht nochmals für Heddesheim auflaufen können, aber die Coronakrise hat es verhindert.“

In Leutershausen will der hauptberufliche Speditionskaufmann es jetzt noch einmal wissen. Die Vorfreude ist riesig, Angst spielt aber auch mit: „Ich bin momentan 2, 3 Mal die Woche laufen, gehe in den Kraftraum und bin dabei absolut schmerzfrei. Aber den Ball am Fuß zu haben, ist etwas anderes. Ich muss abwarten, ob ich wirklich nochmals richtig spielen kann“, betont Hiller.

Dass er dem FVL helfen kann, steht außer Frage. Seine Fähigkeiten sind bekannt, seine Effektivität ist gefürchtet. Mit der TSG Weinheim holte er sich vor ein paar Jahren den Titel in der Verbandsliga. „Das war sicher meine sportlich erfolgreichste Zeit“, blickt er zurück, „aber in Walldorf in der Oberliga waren es natürlich auch tolle Jahre. Weinheim war sehr familiär, Walldorf professioneller.“ Und Heddesheim? „Natürlich lief es aus sportlicher Sicht dort nicht gut für mich. Den Wechsel bereue ich aber auf keinen Fall. Alle waren immer fair zu mir. Es hat mir dort gefallen.“

Christopher Hiller im Trikot der TSG 62/09 Weinheim. Hiller (links) im Luftduell mit seinem Reichenbacher Gegenspieler. (Bild: Simon Hofmann)

Nun also Leutershausen. Warum eigentlich ausgerechnet der Verein an der Bergstraße? Das hat zwei Gründe. Erstens: Mit Stefan Matthes arbeitet dort ein ehemaliger Mitspieler aus Weinheimer Zeiten als Spielertrainer. Zweitens: Mit Jonas Meier-Küster, der ebenfalls zum Kader in Weinheim gehörte und zuletzt beim FV Brühl spielte, trifft er auf einen weiteren alten Bekannten. Mehr noch: „Jonas ist mein bester Freund. Und ich denke, dass wir in Leutershausen etwas erreichen können, denn dort spielen noch ein paar andere Spieler, die wirklich gut sind und mit denen ich auch befreundet bin.“

Vom Titel redet dennoch niemand, schließlich ist die Konkurrenz groß. Doch träumen darf man natürlich und das tut man. „Wir wollen oben dabei sein, ganz klar. Zu einem Aufstieg gehört am Ende aber auch Glück.“

Wie lange Hiller noch am Ball sein will, weiß er selbst nicht. Das hängt stark von den nächsten Wochen ab, wenn klar ist, ob er selbst noch kann, wie er will. Wenn das klappen sollte, muss sich die Konkurrenz warm anziehen. Denn er ist einer der Spieler, die ein Spiel auch mal alleine entscheiden können. Manche beschreiben ihn als genialen Stoßstürmer, er selbst sieht sich aber lieber auf der „10“.

„Da kann ich auch mal einen tödlichen Pass spielen“, erklärt er, „für Tore bin ich aber auch immer gut, treffe jetzt aber natürlich nicht 20, 30 Mal.“ Und weiter: „Der größte Läufer bin ich sicher nicht, diesbezüglich würde ich mich eher als fauler Sack beschreiben“, lacht er.

Hiller (blau) hatte für die Heddesheimer in der abgebrochenen Spielzeit 2019/2020 nur einen Einsatz bei einem Testspiel (Unter-Flockenbach). Kurz danach wurde der Offensivspieler an der Hüfte operiert. (Bild: Alfio Marino)

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