Sportgebäude im Sportzentrum wird endlich saniert


Sonst wird es gefährlich und teurer: Der Ausschuss für Technik und Umwelt war einmütig dafür, die Sanierung des Sportgebäudes im Sportzentrum anzugehen.

Die Mängelliste, die Architekt Peter Göhrig am Dienstag im Ausschuss für Technik und Umwelt (ATU) vortrug, war lang – und untermauert von zahlreichen Bildern. Das 1973 erbaute Sportgebäude im Sportzentrum hat zahlreiche Baustellen. Und so sah auch der ATU die Notwendigkeit, die voraussichtlich 1,3 Millionen Euro teure Sanierung in Angriff zu nehmen und stimmte der Maßnahme in zwei Bauabschnitten – 2022/23 innen und 2023/24 außen – zu.

Schon in diesem Jahr sollen für 7000 Euro erste Schäden angegangen werden, da die Betonfassade bereits starke Risse und Abplatzungen zeigt. Sowohl Göhrig als auch Gänshirt machten die Dringlichkeit deutlich. „Ich möchte nicht, dass einem Zuschauer irgendwann Bröckchen auf den Kopf fallen“, betonte der Bürgermeister. Auch der Architekt wies auf die drohende Gefahr hin und dass man sich nicht mehr allzu lange Zeit lassen sollte. Zudem sei zu befürchten, dass die Sanierung irgendwann noch teurer wird, wenn man jetzt nicht handelt.

Einen Abriss des markanten Gebäudes empfahl Göhrig nicht. „Wenn Sie das in der gleichen Größenordnung neu bauen wollen, sind Sie bei, grob geschätzt, 2,3 Millionen.“ Generell handele es sich um einen soliden Bau, lange ist dort aber nichts passiert. Während die Außenanlagen gut in Schuss sind, gab es innen kaum Sanierungen. 1986 wurde laut Göhrig ein Zeltdach aufs Flachdach gesetzt, offenbar damit es nicht mehr reinregnet. 2001 wurden dann noch die Duschen im Obergeschoss partiell saniert.

Gänshirt konnte sich noch daran erinnern, wie der Gemeinderat vor 15 oder 20 Jahren die Komplettsanierung auf der Agenda hatte, sich dann aber selbst eine Haushaltssperre auferlegte und die Maßnahme zunächst wieder ad acta legte. Auch diesmal muss der Rat noch über die entsprechenden Mittel entscheiden und letztlich den Baubeschluss fassen.

Klar wird sein: „Die Gemeinde kann das nicht alles aus der Portokasse finanzieren und wird Kredite aufnehmen müssen“, sagte der Bürgermeister. Durch die energetische Sanierung aber beispielsweise sei es möglich, an dieser Stelle wieder Einsparungen zu erzielen. Denn dem Gebäude fehlt es an einer Wärmedämmung. Auch eine Heizungsautomatik könnte man einbauen. Laut Göhrig geht ein Energieberater von einer Energieeinsparung von 30 Prozent aus.

Doch nicht nur die Technik ist veraltet, an den Betonstützen gibt es erste Korrosionsschäden, aus den Armaturen im Duschbereich tropft es, die Deckenpanelle im Obergeschoss sind teils kaputt oder fehlen, im Erdgeschoss gibt es einen Wasserschaden, das Dach vermoost und die Stollenschuhe der Fußballer haben auf der Treppe ihre Spuren hinterlassen. Die Gasstätte unten wurde zwar liebevoll vom Fußballverein Leutershausen, der hier Mieter ist, renoviert, aber im Küchenbereich befindet sich auch der Elektroraum des Gebäudes, für dessen Verlegung sich nicht nur Göhrig aussprach. Auch Werner Volk (FW) fand, dass man hierfür Geld in die Hand nehmen müsse. „Wir sollten hier kein Stückwerk, sondern es gleich richtig machen.“

Zwar sah auch Thomas Götz (CDU) die Notwendigkeit, hatte aber doch noch einige Fragen. So wollte er wissen, ob es möglich sei, eine Fotovoltaik-Anlage zu installieren oder auch, ob man an der Raumplanung etwas ändern könne, um Kosten zu reduzieren. Gänshirt bat darum, noch nicht zu sehr ins Detail zu gehen, weil man jetzt erst einmal die Bereitschaft erfragen wollte, die Maßnahme mitzutragen. Bei den Räumen sah der frühere FVL-Kicker wenig Änderungsmöglichkeiten, weil der Platz ja mit zwei Kabinen nicht gerade üppig sei.

Aus Sicht von Tobias Rell (FDP) „sprechen die Bilder Bände“. Hier müsse dringend etwas gemacht werden. Er bedankte sich auch bei Bauamtsleiter Rolf Pflästerer, dass er Wort gehalten habe und sich nun endlich etwas tut. Auch Eva-Marie Pfefferle (SPD) begrüßte die Maßnahme: „Wenn man noch länger wartet, verfällt das Gebäude immer mehr, und irgendwann wird es gefährlich.“ So etwas würde passieren, wenn man Maßnahmen immer wieder schiebe und erinnerte auch an den Zustand der Alten Villa.

Karlheinz Treiber (GLH) begrüßte die Maßnahmen an dem „sympathischen Gebäude“, das er mit seiner Mischung aus Waschbeton und Betonfassade stimmig findet. Angesichts der vielen Mängel meinte er, man könne froh sein, wenn es bei 1,3 Millionen Euro bleibt. „Mit ein bisschen Moltofill ist es nicht getan.“ (rnz v. 14.10.21)

Das Sportgebäude im Sportzentrum wurde 1973 errichtet und ist inzwischen in die Jahre gekommen. Voraussichtlich 1,3 Millionen Euro wird die Sanierung kosten. Foto: Dorn

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