Trotz Traumdebüt noch Luft nach oben


Mit leichten Abstrichen zwar, aber letztlich war es ein perfekter Einstand beim neuen Verein: Mit einem Doppelpack avancierte Nicolas Manu am Sonntag für Fußball-A-Ligist FV Leutershausen zum Matchwinner. „Abgesehen von unseren vielen vergebenen Chancen lief es richtig gut. Ich war sowohl mit mir als auch mit der Leistung des Teams zufrieden“, sagt der 27-jährige Neuzugang nach dem Traumdebüt mit beiden Toren zum 2:1-Sieg über die Spvgg. Ilvesheim.Für Leutershausen soll es der Start in bessere Zeiten sein, nachdem die Vorsaison mit Rang elf nicht wie erhofft verlaufen war. Dafür hat der Verein aus Hirschberg an der Bergstraße einige Hebel in Bewegung gesetzt. Neben Manu holte man mit Stefan Matthes, Sabri Dalman und Habib Arifi noch drei Spieler von der TSG 92/09 Weinheim. Dazu kamen weitere Akteure, darunter Sven Bopp vom SV Unter-Flockenbach, der nun mit dem langjährigen Weinheimer Kapitän Matthes als Spielertrainer fungiert.

„Man hat gesehen, dass die Mannschaft den neuen Trainern ein Geschenk zum Einstand machen wollte“, ergänzt Manu mit Blick auf den Ligastart in neuer Konstellation. Auch für ihn ergibt sich nach dem Wechsel aus der Kreisliga eine andere Situation: „Bei den Aktiven habe ich ja meistens im zentralen Mittelfeld gespielt, allerdings häufig den Defensivpart. Jetzt, mit Stefan Matthes neben mir, habe ich mehr Freiheiten nach vorne“, sagt Manu, der in der Jugend lange als Stürmer agierte – und die dabei gefragten Qualitäten gegen Ilvesheim wieder neu für sich entdeckte.

Erst traf er nach Doppelpass mit David Hochheim zum 1:0 (50.). „Mit der Picke war das sicher nicht mein schönstes Tor“, sagt Manu, dem nach Vorarbeit von Frieder Pfefferle und dem zwischenzeitlichen 1:1 noch der zweite Streich glückte (69.). Auch den hatte der gebürtige Mannheimer selbst eingeleitet.

Fußballschule in Ghana?

Nach dem Auftaktsieg darf es nun gerne so weiterlaufen. „Klar, es ist noch früh in der Saison. Aber mein persönlicher Anspruch ist es, mit dem Team so lange wie möglich oben mitzuspielen. Und auch die Mannschaft will zeigen, dass sie wesentlich besser ist, als der elfte Platz aussagt“, meint Manu. Das wurde ihm schon vor Rundenbeginn von Neu-Trainer Matthes so vermittelt: „Ich kenne ihn seit der Jugend. Er hat mich letztlich überzeugt, dass Leutershausen viel vorhat und es dort aufwärtsgeht.“

Wie sein starkes Ligadebüt bereits andeutet, lief Manus Eingewöhnung problemlos: „Mannschaft und Umfeld haben mich sehr gut aufgenommen“, bestätigt der Student für Sportbusiness. Im Fußball sieht er auch eine mögliche berufliche Zukunft, eventuell in der Heimat des Vaters, der aus Ghana stammt. „Auf lange Sicht könnte ich mir vorstellen, dort eine Fußballschule zu eröffnen“, verrät Manu.

Generell sei es ihm wichtig, den Kontakt zum in Afrika lebenden Teil der Familie aufrechtzuerhalten. Vor drei Jahren war er zuletzt in Ghana und während eines mehrmonatigen Aufenthalts auch in ein soziales Projekt involviert.

Das Projekt mit Leutershausen lautet wie erwähnt: Besser als in der Vorsaison. Der nächste Schritt dorthin führt Manu und Co. am Sonntag ins Derby bei der SG Hohensachsen, wo er selbst als Kind mit dem Kicken begann. Trotz des tollen Starts sagt Manu: „Ich habe noch Luft nach oben. Meine Ansprüche an mich selbst sind hoch, ich bin sicher noch nicht bei einhundert Prozent“ – nach diesem Debüt eine Aussage, die sie beim FVL nur zu gerne hören dürften.

Zur Person

Nach seinen Anfängen bei der SG Hohensachsen landete Nicolas Manu über den Umweg FV Leutershausen bei der TSG 62/09 Weinheim, ehe es ihn in der B-Jugend zu Waldhof Mannheim zog.Von dort ging es als Aktiver für eine Saison zum VfR Mannheim, gefolgt von der Rückkehr nach Weinheim, die mit einer schweren Knieverletzung und langen Pause aber nicht berauschend begann. Privat ist der 27-Jährige seit über zweieinhalb Jahren mit Freundin Irma liiert. Aktuell wohnt Manu in Viernheim und hat noch einen 19-jährigen Bruder, der die Leidenschaft für Fußball allerdings nicht so ganz vom älteren Geschwisterteil übernommen hat. „Neben dem Studium und Fußball versuche ich, so viel es geht zu reisen. Als Student ist das ja noch besser möglich“, sagt Manu. Ein schönes Erlebnis sei der Trip mit einem Freund nach Newcastle gewesen, inklusive des Besuchs der Premier-League-Partie Sunderland gegen Leicester. „Das war jetzt keine große Kulturreise, aber dennoch sehr interessant.“ Als Nahziel peile er einen Aufenthalt in Südamerika an, sagt Manu.

  

Quelle: WNOZ v. 23.08.2017

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