TSG Weinheim II – FV Leutershausen 4:3 (3:1)


FVL zu spät aufgewacht – torreichstes Spiel in der Kreisliga MA – Zum Ende spannendes Bergstraßenderby

Derby auf des Messers Schneide

Von Krämpfen geplagt, sanken viele Spieler beider Mannschaften sofort nach dem Abpfiff der fast sechsminütigen Nachspielzeit zu Boden. Jeder hatte alles gegeben. In einem überaus unterhaltsamen Derby der Fußball-Kreisliga behielt die TSG 62/09 Weinheim II am Sonntag gegen den FV Leutershausen nach einem Wechselbad der Gefühle mit 4:3 (3:1) die Oberhand. Die Gastgeber feierten vor rund 80 Zuschauern, die das spannende Duell auf dem Kunstrasenplatz im Sepp-Herberger-Stadion verfolgten, drei wichtige Punkte im Abstiegskampf. Nach zwei Dritteln der Saison verließen die Weinheimer durch den zweiten Erfolg in Serie wieder die direkten Abstiegsplätze.

„Wir haben unsere Chancen besser genutzt und am Schluss auch ein bisschen Glück gehabt“, räumte TSG-Spieler Louis Leistikow ein, der mit seinem Treffer zur 4:1-Führung scheinbar für die Vorentscheidung gesorgt hatte. Doch Leutershausen kämpfte sich zurück, verkürzte auf 4:3 und war in der Schlussphase dem Ausgleich sehr nahe. „Wie wir nach dem 1:4 zurückgekommen sind, war schon gut. Ein Punkt wäre sicher verdient gewesen“, trauerte das FVL-Spielertrainerduo Stefan Matthes und Sven Bopp den vielen vergebenen Chancen nach. „Insgesamt hat uns jedoch der letzte Wille und die Entschlossenheit gefehlt“, sagte FVL-Kapitän Nico Manu, einer von acht Leutershausenern, die früher für Weinheim gespielt hatten.

Auf der anderen Seite war dem neuen TSG-Trainergespann Volkan Koc und Volkan Erdinc die Erleichterung nach der Partie anzusehen. „Nach einer überragenden ersten Halbzeit haben wir nach dem 4:1 komplett nachgelassen. Das war der Nervosität und dem Druck des Gewinnenmüssens geschuldet. Am Ende haben wir über den Kampf und den Zusammenhalt die Punkte nach Hause gebracht“, sagten Koc und Erdinc, die ihre Mannschaft schon vor Spielbeginn in der Kabine mit einer lautstarken und sehr emotionalen Ansprache richtig heiß gemacht hatten. Entsprechend engagiert begann die TSG mit drei Erstmannschaftsspielern in ihrer Startelf. In den ersten 20 Minuten hatte Weinheim ein klares Übergewicht, legte spielerisch und läuferisch ein sehr hohes Tempo vor. Die Konsequenz waren eine Reihe von Chancen für Kapitän Sven Hildenbrand per Freistoß (4.), Gianluca Lucchese (7. und 14.) und Nichita Coputerco (16. und 20.). Dazwischen lag das verdiente 1:0. Nach perfekter Vorarbeit von Fabrizio Romagnolo traf Lucchese zur TSG-Führung (11.).

Leutershausen fand erst mit einer Chance für Frieder Pfefferle, der den Ball an den Pfosten spitzelte, richtig in die Partie (26.). Fortan ging es Schlag auf Schlag auf beiden Seiten. Dem 1:1-Ausgleich durch Marc Gellert aus spitzem Winkel (36.) folgte umgehend das 2:1 durch Robert Endler (38.). Dann entschärfte TSG-Torwart Stefan Rapp mit toller Parade einen wuchtigen Distanzschuss von Matthes (42.), und nach der anschließenden Ecke rettete Romagnolo auf der Torlinie gegen Jens Kanzler (43.). Stattdessen schloss Leon Jung einen TSG-Konter zum 3:1 ab (45.+1). Mit dem 4:1 durch Leistikow schien bereits alles klar zu sein (56.). Doch Leutershausen bäumte sich auf, kam durch Nicolas Merkel (68.) und Dominik Sättele (75.) zum 4:3. Pfefferle frei vor dem Tor (79.) sowie Sabri Dalman mit einem Freistoß an die Latte (83.) hatten das 4:4 auf dem Fuß. Erneut Dalman besaß die letzte Chance einer aufregenden Partie (90.+4).

(Text: Wnoz v. 01.04.19), (Bilder: FVL1922)

Auch Sturmtank Frieder Pfefferle konnte heute die Niederlage im Derby gegen die TSG weinheim II nicht verhindern. Am Ende musste man sich mit einer unglücklichen 4:3 Niederlage zufrieden geben.

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