Weckewerk und Wasserspiele – Ein Ausflug der Mittwochswanderer des FVL1922


Vom 13. bis zum 18. Mai fuhren die Mittwochs-Senioren-Wanderer des FV 1922 nach Waldeck an den Edersee.
Ein anspruchsvolles Tagesprogramm wollte abgearbeitet werden, nun: Der erste Programmpunkt am Sonntagnachmittag wurde von gewitterartigen Regenfällen sozusagen in den zu 99 Prozent gefüllten Edersee (202 Mio. m³) gespült.
Dafür ging es am Montagmorgen bei strahlendem Sonnenschein auf den Baumwipfelpfad, der Einblicke in die Tier- und Pflanzenwelt sowie einen Überblick über den Edersee am Rehbach und der Halbinsel Scheid anbot. Mit der Personenfähre sind die Wanderer dann auf die Halbinsel gefahren um dort einen Imbiss einzunehmen. Mit der Fähre zurück war es dann noch einen Kilometer zum Hotel. Dort wurden nach dem Nachtessen noch einige Lieder mit Harmonika-Begleitung gesungen.
Am Dienstagmorgen stand der Besuch des Sperrmauermuseums an. Die Sperrmauer des Edersee wie auch die des Möhnesees wurden in der Nacht vom 16. zum 17.5.1943 bei einem Angriff der Royal Air Force beschädigt. (Siehe auch Wikipedia „Chastise“ ). Im Anschluss ging es mit der Standseilbahn auf den Peterskopf, einen 505 m hohen Berg, auf dessen Gipfel zwei riesige Wasserbecken (ca. 4 Mio. m³) als Speicherseen für zwei Pumpspeicherkraftwerke angelegt wurden. Nach einer Wanderung um die Speicherseen und einem Imbiss ging es wieder hinab, um in der Tallage das Besucherzentrum der Kraftwerksanlage zu besichtigen.
Am späten Nachmittag wurde noch die Braunauer Warte, siehe „Braunau (Bad Wildungen)“ im Online-Lexikon) und ein historisches Grab besichtigt.
Am Mittwochmorgen ging die Fahrt zu dem kleinen (27 MW Leistung) Laufwasserkraftwerk an der Eder in Affoldern, eine kurze Führung gab uns allen einen Eindruck von der Technik: Diese kleinen Kraftwerke sind völlig „personallos“, im Störungsfall kommen die Techniker per PKW um die Probleme zu beheben, hier war heute die Wartung und Reinigung der Rechenanlage angesagt, daher konnten wir die Techniker antreffen.
Wieso Wasserspiele: Unsere Fahrt ging dann 40 km weiter nach Kassel-Wilhelmshöhe in den Bergpark am Herkules, übrigens UNESCO-Weltkulturerbe. Nach der Besichtigung der Löwenburg, die wie der Herkules selbst unter Renovierungsarbeiten litten, ging der Weg den Berg hinan zu den Terrassen unterhalb des Herkules-Bauwerks. Nach dem Mittagessen begannen dort um 14:30 Uhr die Wasserspiele, die nur im Sommer, mittwochs, sonntags und an Feiertagen stattfinden. Unsere kleine Gruppe ist dann mit mehreren tausenden anderen Touristen dem Wasser folgend bergab vorbei am Steinhöfer Wasserfall, der Teufelsbrücke und dem Aquädukt bis zum See am Schloss Wilhelmshöhe gewandert: Dort stieg um 15:45 Uhr die 52 m hohe Fontäne in die Höhe. Die Wasserspiele kommen völlig ohne Pumpen aus!
Auf der Rückfahrt wurde Rast in der Knallhütte gemacht. Die Knallhütte ist eine kleine Privatbrauerei, Frau Dorothea Viehmann, die Dame, die den Gebrüdern Grimm viele Märchen übermittelte, ist hier 1755 als Tochter des Besitzers geboren.

Übrigens sind mitgewandert: Martin Bock, Edgar Brand, Hubert Kempf, Dieter Lebherz, Karl Schöneweis und Klaus Schulz.

Der Donnerstag, 17.5., war zugleich der 75. Jahrestag des Bomberangriffs auf die Sperrmauer. Aus diesem Grund fand an der Sperrmauer eine Gedenkveranstaltung mit hochrangigen Gästen statt. Eine britische Militärkapelle begleitete die Veranstaltung musikalisch. Nach der Kranzniederlegung ist die Wandergruppe dann mit dem Ederseedampfer über den See zur Talstation der Waldecker Bergbahn gefahren, um auf diese Weise Schloss Waldeck zu erreichen. Nach der Besichtigung der Burg ging es dann zu Fuß über den Urwaldsteig bergab zurück zu den an der Sperrmauer geparkten Autos, die uns am Freitag wieder zurück nach Leutershausen brachten.
Wieso und was ist Weckewerk: Ein nordhessisches Gericht aus Hackfleisch, Schwarten, alten Brötchen (Wecke) und Gewürzen: Es stand in unserem Quartier auf der Speisekarte und der im Waldecker Land geborene Verfasser hat es nach langer „Entbehrung“ zweimal sehr genossen.

v.l.n.r.: Dieter Lebherz, Klaus Schulz, Karl Schöneweis, Hubert Kempf, Martin Bock und Edgar Brand

(Bild+Text: Karl Schöneweis)

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