„Wir werden jeden brauchen“


FV Leutershausen bestreitet seit zwei Wochen eine „Vor-Vorbereitung“ und hofft auf weniger Verletzungspech

Leutershausen. Es waren lange acht Monate, in denen auch die Fußballer des FV Leutershausen ihren Sport schmerzlich vermisst haben. Als Spielertrainer Stefan Matthes seinen Kreisliga-Kickern vor zwei Wochen ein „freiwilliges“ Trainingsangebot vor dem offiziellen Vorbereitungsbeginn machte, musste er nicht lang auf seine Mannschaft warten. „Wir bewegen uns auf dem Sportplatz immer im zweistelligen Bereich, die Jungs ziehen super mit. Und auch wegen der negativen Corona-Tests, die ich von jedem sehen will, hat noch keiner gemurrt“, sagt der 31-Jährige.

Die Leutershausener sind nicht nur auf Entzug, was das Kicken angeht, sie wollen auch gut vorbereitet sein auf das, was an körperlicher Belastung auf sie zukommen wird. Zu tief sitzt der Stachel der vergangenen Saison, als mit Sabri Dalman, Max Stephan, Lennart Binder und Dennis Kupfer gleich vier Spieler mit schweren Knieverletzungen ausfielen. „Es war ein Seuchenjahr, so etwas hatte ich in meiner Karriere vorher noch nie erlebt“, sagt Matthes (Bild: Thomas Rittelmann), der im fünften Jahr für den FVL verantwortlich zeichnet. Die größten Chancen, dass es für ein Comeback zum derzeit anvisierten Saisonstart am 14./15. August reichen wird, hat Stephan. Auch Binder, der noch überhaupt kein Pflichtspiel für den Kreisligisten gespielt hat, könnte rechtzeitig fit sein. Bei Kupfer und Dalman nach seinem Kreuzbandriss wird es wohl eng.

Die Apfel-Brüder kommen

„Wir werden jeden brauchen“, sagt Matthes, dessen Kader bislang 22 Feldspieler und zwei Torhüter zählt. Robin Merbecks (Schriesheim) und Marius Schmitt (Sandhofen) zählen nicht mehr dazu. Dafür wechseln die Apfel-Zwillinge Philipp und Markus vom FV 03 Ladenburg nach Leutershausen, die in der Abwehr im Allgemeinen, der Innenverteidigung im Speziellen und auch als Sechser spielen können. „Ich hätte gern noch jeweils einen Spieler für die Offensive und die Defensive“, sagt Matthes, der die Augen weiterhin offen hält. Wie die vergangene Saison zeigte, kann der Kader gar nicht groß genug sein.

Derzeit geht es nach der langen Pause auch um Verletzungsprophylaxe. „Laufen waren ja alle. Ich beispielsweise habe meine 150 Kilometer im Monat gemacht. Aber die Belastung auf dem Platz ist eben doch ganz anders.“ Es wird viel gespielt in den drei wöchentlichen Trainingseinheiten und danach powert sich Matthes noch bei einem Lauf aus. „Die Teilnahme hieran ist freiwillig. Aber wenn wir am 8. Juli richtig loslegen, will ich nicht bei null anfangen.“ Schließlich will der FVL im vorderen Tabellendrittel landen. Ganz vorne erwartet Matthes Rot-Weiß Rheinau, unter anderem mit Ex-Profi Dennis Franzin, oder auch die SpVgg Wallstadt mit dem von ihm geschätzten Trainerkollegen Michael Wagner. „Aber ich schaue nach uns, weil ich weiß, was wir können, wenn wir fit sind. Und ich weiß, dass die Jungs mehr können, als sie letztes Jahr gezeigt haben.“

Gestern Abend absolvierte Leutershausen wieder eine Trainingseinheit, das Spiel der DFB-Elf gegen Frankreich schaute sich die Mannschaft aber nicht geschlossen an. Gaststätte, Duschen und Kabine sind noch geschlossen. Auch Stefan Matthes fuhr nach dem Training gleich nach Hause und zog sein neues DFB-Trikot über. „Ich hoffe, dass ich es nicht nur drei Spiele tragen werde“, lacht er. Sein Titel-Tipp: Frankreich oder Deutschland.

Bild bereitgestellt durch wnoz

(wnoz v. 16.8.21)

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